Das Hoch Alex glüht. Die Hartz-IV-Unruhen in der Republik klingen wie Auslandsnachrichten. Das Stoibersche Sommertheater gegen Merkel und Westerwelle, vorbei. Kulissenwechsel auf der Berliner Bühne, die Leere vor der Wiederkehr der Politik. So fällt der Blick auf die Berliner Nebenbühne und ihre Chargen. Die endlose Tempodrom-Affäre: Da schreibt die Justizsenatorin Karin Schubert ihrem Intimfeind, dem Generalstaatsanwalt, und unterstellt ihrer Staatsanwaltschaft mangelnde Professionalität bei Ermittlungen gegen den Finanzsenator. War das Dummheit oder Hinterhältigkeit?

Besser konnte sie jedenfalls ihrem Senatskollegen nicht schaden.

Aber dann, mitten im Schmierentheater, die Tragödie: der Selbstmord des Landesgeschäftsführers der SPD, Andreas Matthae. Ein Protagonist der Generation Berlin. 1968 geboren, Studium der Biologie und Sozialkunde, seit 1988 SPD-Mitglied, seit 1992 Erzieher, seit 2001 Chef einer Kreuzberger Tapas-Bar, kandidiert 2004 für den Bundestag und verliert gegen den Grünen Christian Ströbele, wird Landesgeschäftsführer, ist gar als Landeschef im Gespräch, betreibt in Mitte zwei Kneipen, Treffpunkt von Politikern und Journalisten. Er wirkte ideenreich, dynamisch, gehörte zur Neuen Linken und zum Netzwerk 21 - Stationen einer Erfolgsgeschichte, noch vor ein paar Tagen.

Jetzt ist die Rede von Schulden und davon, dass sein Lebensgefährte ihn verlassen hat. An diesem schönen Sommertag, an dem die Rückkehr der Politik erwartet wird, beendete Andreas Matthae sein Leben. Er war 35 Jahre alt.