Es ist die erste Weltmeisterschaft in einem populären Wassersport. Sie wird in Deutschland ausgetragen, unsere Nationalmannschaft hat gute Aussichten auf die Goldmedaille - und trotzdem droht das Ereignis im Olympia-Getöse von Athen unterzugehen: An diesem Wochenende findet in Bayreuth die erste Weltmeisterschaft der Arschbomber statt.

Aus den USA und der Ukraine, aus der Schweiz und Österreich kommen die ArschAthleten angereist, um im edlen Wettstreit zu messen, wer vom Zehnmeterbrett die schönste Bombe fabriziert. Bundestrainer Florian Spiske nennt die wichtigsten Bewertungskriterien: die Haltung und Show des Springers, einen möglichst neutralen Gesichtsausdruck beim Aufprall (nur eine doppelte Badehose ist erlaubt), das Volumen der aufsteigenden Wassersäule und die Lautstärke des Einschlags.

Damit sind die Bewertungskriterien dieser (auch für Fans am Beckenrand) erfrischenden Disziplin geradezu wissenschaftlich objektivierbar.

Traditionsreich und global ist das Arschbombenspringen ebenfalls, bereits um 1700 soll es auf Hawaii solche Wettbewerbe gegeben haben namens lele pahu - sinngemäß: wie eine Trommel tauchen. Nun, da Steißtrommeln auf dem Alten Kontinent angekommen ist, bietet sich fast natürlich die Verbindung mit einer anderen aufstrebenden Traditionsdisziplin an, deren internationale Meisterschaft fast zur selben Zeit im Schweizer Wallis stattfindet: dem Alphornblasen.

Denn auch die Alphornbläser betreiben Schallerzeugung mittels Gymnastik (siehe Seite 66). Und ähnlich wie mit einer Pobombe lassen sich mit einem Alphorn ein Dutzend verschiedener Töne produzieren. Könnte man beides kombinieren, ergäbe das einen unerhörten Klangkörper. Wer redet da noch von Olympia?