Wird es Korallen zu warm, bleichen sie aus und sterben ab. Das nährt die Befürchtung, die "Regenwälder der Meere" könnten im Zug der Klimaerwärmung ganz verschwinden. Doch so leicht lassen sich die Blumentiere nicht unterkriegen: Offenbar schützen sich Korallen in Krisenzeiten dadurch, dass sie den Lebenspartner wechseln. Das beschreiben zwei US-amerikanische Forscherteams in der neuesten Ausgabe von Nature (Bd. 430, S. 741/742). Eine Schlüsselrolle spielen dabei Algen der Gattung Symbiodinium, die in den Zellen der Steinkorallen leben und mit diesen rege Nährstoffe austauschen.

Von diesen Algen gibt es zwei Stämme, Symbiodinium C und D, die eine unterschiedliche Temperaturtoleranz aufweisen. Das nutzen die Korallen aus, indem sie als Reaktion auf Hitzeattacken bevorzugt Partnerschaften mit der temperaturresistenten Algenvariante D pflegen. Mit Hilfe dieser Symbiose überstanden zum Beispiel Korallen die von El Niño bewirkte Erwärmung 1995 in Panama unbeschadet. Jene, die mit Typ C zusammenlebten, dagegen erbleichten. Auch wiesen die Forscher nach, dass in heißen Gewässern wie dem Persischen Golf der Typ D dominiert und dass beschädigte Riffe sich bei der Regeneration ebenfalls mit dem hitzeresistenten Partner einlassen: In dieser Symbiose sind sie für die nächste Erwärmung gerüstet. Solche Allianzen, vermutet Rob Rowan von der Universität Guam, könnten auch andere Arten schmieden: "Vielleicht ist das ein Mechanismus, mit dem sich Korallen an die globale Erwärmung anpassen."