Auf dem Markusplatz spiegeln sich Dogenpalast und Campanile in flächendeckenden Pfützen, als wäre Venedig schon unter dem Meeresspiegel versunken. Hochwasser und Nebel, Abendhimmel und fahles Licht haben es dem Fotografen Thomas Ernsting auf seinen Dienstreisen in die Stadt an der Adria angetan. Daraus sind Bilder der Stille geworden, in denen Menschen nur ausnahmsweise und wie Scherenschnitte vor den weich gezeichneten Fassaden auftauchen: fotografische Gemälde (unser Bild zeigt die Rialtobrücke), die an Francesco Guardis und William Turners impressionistisch anmutende Visionen von Lagunenlandschaften erinnern. Ausführliche Bildlegenden, die von Gondelwerften und Zypresseninsel erzählen, aber vor allem die lichten Texte des Venedig- Flaneurs und Nobelpreisträgers Joseph Brodsky bereichern Ernstings Fotoband. Eine leuchtstarke Hommage an die herbstlich-spröde Stadt der ziselierten Paläste. CS