Die Autostadt des Volkswagenwerks füllt allein schon ein Tagesprogramm. Vor allem das "Zeit-Haus" hat es in sich: Es erzählt so informativ wie werbewirksam die Geschichte des Automobils und wie es Landschaft und Leute verändert hat. Gleich nebenan im "LernPark" erfahren Jungen und Mädchen im Wortsinn, nämlich in elektrisch angetriebenen Mini-New-Beetles, die Grundregeln des Straßenverkehrs und erhalten als Höhepunkt ihren Kinder-Führerschein mit eingedrucktem Bild und Namen. Das ist nur eines der Angebote, die die Stadt für große und kleine Gäste bereithält. Knapp im Text und mit übersichtlichen Karten zeigt Knut Diers, was Wolfsburg nicht nur Fahrzeugfans, sondern auch Natur- und Kulturtouristen bietet. Heuer etwa die Landesgartenschau, die mit Pflanzkunst und Veranstaltungen zum Thema Pferd aufwartet. H. K.

Dalís Heimat ist Grenz- und Gegensatzgebiet. Hier im Norden Kataloniens stößt Spanien an Frankreich. Hier stehen Bergriesen in Reichweite von Sandstränden. Hier pflegen Menschen in abgeschiedenen Dörfern ihre Sprache, ihre Bräuche und ihre kulinarische Tradition, und hier toppt der Tourismus längs der Costa Brava die Zahl der Einwohner (etwa 100000) jede Saison um ein Vielfaches. Auf diese Weise passt Salvador Dalí in den Empordà. Denn der hier vor 100 Jahren geborene Surrealist trieb den Widerspruch auf die Spitze: Er war "begeisterter Katalane" – und gleichwohl so ruhmsüchtig, dass er den Faschisten Franco hofierte, den Erzfeind der katalanischen Idee. Herbert Genzmer beschreibt Dalís Katalonien sehr plastisch und lockt damit die Leser in eine Landschaft, die weit mehr ist als die Heimat eines weltberühmten Malers. H. K.

Das alte Mexiko hatte ihn schon als Kind fasziniert: Irgendwann wollte er mit eigenen Augen das Land sehen, in dem die Maya einst prächtige Königreiche und Stadtstaaten errichtet, die Azteken, um Götter gnädig zu stimmen, Kriege geführt und Menschen geopfert hatten, ein goldgieriger Spanier namens Cortés zum Totengräber einer ganzen Kultur avancierte, ein österreichischer Erzherzog ein guter Kaiser sein wollte und erschossen wurde und die Nachfahren der stolzen Völker bis in unsere Tage Besiegte geblieben sind. Inzwischen hat Ingo Becker-Kavan, Jurist im Staatsdienst, Mexiko bereist und ein sehr persönliches Buch herausgebracht: Es handelt von der Schönheit 1000 Jahre alter Fresken und erzählt schließlich so anschaulich wie wehmütig wertend die Geschichte dieses Landes, "das immer noch aus tausend Wunden blutet". H. K.

Der literarische Spaziergang durch Madrid beginnt am Ende der Gran Vía auf der Plaza de España, wo Don Quijote hoch zu Ross die rechte Hand in den Himmel reckt. Ein paar Straßen und Seiten weiter haben Stadt und Band die Leser ganz und gar hineingezogen in die spanische Literaturgeschichte der Neuzeit. Der Historiker Rolf Neuhaus und der Sprachwissenschaftler Jesús Serrano führen in unterhaltsamem Ton durch die Metropole, die die Dichter angezogen hat. Ob Miguel de Cervantes, Juan Ramón Jiménez oder Javier Marías: Fast alle namhaften spanischen Autoren haben, zumindest zeitweise, in der Hauptstadt gelebt. Und nicht nur Spanier. Hans Christian Andersen wäre gern länger geblieben, um sich in alle "Herrlichkeiten" des Prado "einzuleben", und Ernest Hemingway nannte sie die Stadt "mit den großartigsten Leuten". H. K.

Was gibt es zu essen in Europas 25 Mitgliedsländern? Bei den Unionsneulingen zum Beispiel, deren Speisen uns weniger bekannt sind als die Klassiker der italienischen Küche? Mit Bryndzové Halusky liefert die Slowakei einen Zungenbrecher, der übersetzt Kartoffelnockerln mit Schafskäse bedeutet, Tschechien schwört auf Houskové Knedliky, den National-Semmelknödel schlechthin, und Malta profiliert sich mit Kapunata, der Tomaten-Auberginen-Pfanne. Zu jedem Gericht liefert die Autorin Martina Tschirner auch das Rezept, und zum Verständnis der fremden Esskulturen erläutert sie, wie Geschichte und Geografie die jeweilige Küche beeinflusst haben. Auch in armen Ländern wurde gut gekocht. Die Irländer haben aus Kohl, Kartoffeln und Lammfleisch einen Eintopf kreiert, der als Irish Stew zu einem Küchenklassiker wurde. No.