Lee Hsien Loong ist für seinen neuen Job wie geschaffen. Wenn man so will, wurde ihm die Ernennungsurkunde zum Premierminister von Singapur in die Wiege gelegt. Denn schon Hsien Loongs Daddy, Lee Kuan Yew (für seine Freunde: Harry), hat Singapur regiert, 25 Jahre lang - eigentlich regiert er es als Senior Minister bis heute. Und Lee senior hatte beizeiten beschlossen: Erbe wird der Junior. Wie es in geordneten Familienverhältnissen eben üblich ist.

Schließlich haben Monarchien keinen Monopolanspruch auf die dynastische Erbfolge. Die Kims in Nordkorea - die Gandhis in Indien - die Bushs in Amerika, die Straußens in Bayern - sie alle haben sich als gute Staatsbürger nie gefragt: Was kann unser Land für uns tun? Sondern: Was können wir für unser Land tun? Und haben sich ans Werk gemacht. Mit unterschiedlichem Erfolg.

Nun darf man nicht ungerecht sein. Lee Hsien Loong hat wahrscheinlich tatsächlich das Zeug zum Premierminister. In Cambridge und Harvard studiert - mit 32 Jahren Brigadegeneral (seitdem nennen ihn die Singapurer liebevoll B.

G.) - als Vizepremier, Finanzminister und Notenbankchef die Ausbildung zum Regierungschef abgeschlossen. Brillant und arrogant. Eben ganz der Vater. Der schätzte die Meritokratie mehr als die Demokratie: Erwählen, dann wählen.

Singapur wählt 2007. Bis dahin haben sich alle an B. G. gewöhnt. Er wird sie an Harry erinnern. Die Wahl ist dann, wie beim Alten, Formsache.