Wettbewerb ist gut, aber Kontrolle allemal besser, wenn es um das wirtschaftliche Überleben geht. Die von dem Großunternehmer Silvio Berlusconi geführte italienische Regierung hat deshalb zur Verteidigung der schwer angeschlagenen staatlichen Fluggesellschaft Alitalia die europäischen Konkurrenten Lufthansa und British Airways angewiesen, gefälligst von ihrem Preisdumping im Interkontinalgeschäft abzusehen und zukünftig nicht billiger zu fliegen als Alitalia. Die Intervention erfolgte eine Woche nach Vorlage des neuesten Geschäftsberichts bei Alitalia: 330 Millionen Euro Verlust in den ersten sechs Monaten dieses Jahres.

Alitalia findet den Berlusconi-Vorstoß absolut legitim. Wir haben die Macht, das zu tun, dröhnt Vito Riggio, der Präsident der zivilen Luftfahrtbehörde Enac. Im Übrigen haben es uns die Deutschen ja vorgemacht.

Auf den Strecken München-Miami und Frankfurt-Kairo seien weiland die Italiener billiger geflogen, bis sie von der Lufthansa zurückgepfiffen worden seien. Riggio ist deshalb zuversichtlich. Mit den Deutschen verhandeln wir jetzt schon. Sperriger zeigen sich bislang die Briten. British Airways hat angekündigt: Wir fliegen so billig, wie wir wollen, und die EU-Kommission um Hilfe angerufen. Aus Brüssel wurde aber abgewinkt, die Angelegenheit sei bilateral zu regeln. Setzen sich die Italiener bei den Verhandlungen durch, hätten die Kunden das Nachsehen. Rom-New York kostet mit BA zurzeit 322 Euro, mit Alitalia aber 497 Euro.