Alle lieben Italien, manche schätzen auch bedeutende Italo-Ökonomen wie Pareto, den Erfinder der gleichnamigen Optimalität. Den Nobelpreis erhielt er dafür nicht - nun bewirbt sich das ganze Land, genauer: die Luftfahrtbehörde Enac, um diese höchste Ehrung. Mit ihrem Beitrag will sie das theoretische Fundament aller Ökonomie seit Adam Smith zerschmettern: den preisdrückenden Wettbewerb, der über den optimalen Ressourceneinsatz die allgemeine Wohlfahrt mehrt.

Die Attacke läuft so: Die praktisch bankrotte Staats-Airline Alitalia (Abkürzung für: Arrival late in Torino and luggage in Amsterdam) will sich die lästigen Konkurrenten von BA, Lufthansa und Co. vom Halse schaffen.

Schluchzend hat sie sich der Enac an die Brust geworfen, damit sie diesen untersagen möge, die Alitalia-Preise für Langstreckenflüge ex Rom zu unterbieten. Beispiel: Wer mit der Staatslinie direkt nach New York fliegt, zahlt in der Holzklasse 497 Euro - wer mit der BA von Rom über London reist, zahlt nur 322. Genauso macht es übrigens auch die Alitalia mit Umsteigetrips vom Ausland via Rom.

Enac sollte uns alle inspirieren. Grundsätzlich muss gelten: Wer andere unterbietet, verhält sich schofel und sozial ungerecht. Ergo muss der Staat nicht nur für gleiche Lebensbedingungen, sondern auch für gleiche Preise sorgen. Nennen wir das Prinzip Staatskapitalismus: die Produzenten schützen, die Konsumenten schwitzen. Das ist in der Tat nobelpreiswürdig, wenn auch nicht ganz neu. Schließlich gibt es nur eine große Alitalia und so viele kleine Italiani, die ohnehin zu oft zu weit fliegen.