Schlechte Zeiten für Kleingedrucktes. Haben Unternehmen früher oft durch Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) die Rechte ihrer Kunden eingeschränkt, ist dies in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden. Das hat die international tätige Anwaltskanzlei Linklaters Oppenhoff & Rädler herausgefunden. Für viele Einzelhändler beispielsweise hätten AGB keine nennenswerte Bedeutung mehr. Der Bäcker an der Ecke, der Drogeriemarkt oder - mit einem Großteil des Sortiments - auch der Discounter kann getrost auf das Kleingedruckte verzichten, berichten die Anwälte. Verantwortlich sei die Reform des Vertragsrechts 2002 durch die damalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Wer billige Massenware verkauft, kann seitdem bloß noch in exotischen Ausnahmesituationen (etwa bei der Anpassung des Preises bei Lieferzeiten von über vier Monaten) die Rechte seiner Vertragspartner einschränken. Nach Ansicht der Linklaters-Juristen sollten Kleinkrämer deshalb besser sorglos mit einer AGB-freien Zone werben - und hoffen, dass die Kunden diese Offenheit honorieren.