Winzig klein wirkt der nubische Matrose Hadschi Ismael neben den Pyramiden von Giseh, der Sphinx und der Kolossalstatue von Ramses II. (unser Bild). Der Fotograf Maxime du Camp hat ihn dort als menschlichen Maßstab postiert, als Orientierungshilfe für die Betrachter dieser ersten Fotos aus dem Orient. Nachdem 1835 ein Verfahren erfunden worden war, mit dem Fotos auf Papier abgebildet werden konnten, schickte die französische Regierung 1849 Maxime du Camp auf eine fotografische Expedition nach Ägypten, Palästina und Syrien, wo er die Stätten der Hochkulturen ablichtete – darunter auch eine Reihe von Monumenten, die heute nicht mehr existieren. Begleitet wurde er von dem bis dahin noch unbekannten Schriftsteller Gustave Flaubert. Dieser notierte in seinem Tagebuch sowie in zahlreichen Briefen seine Eindrücke – zusammen mit den Fotos von du Camp ein außergewöhnlicher Reisebericht aus dem Ägypten des 19. Jahrhunderts. In der Ausstellung Die Reise zum Nil präsentiert das Kestner-Museum in Hannover jetzt 60 Fotos sowie Texte von Flaubert. JVM

"Die Reise zum Nil – Maxime du Camp und Gustave Flaubert in Ägypten". Kestner-Museum, Trammplatz 3, Hannover. Bis 17. Oktober, täglich außer montags von 11–18 Uhr (mittwochs bis 20 Uhr). Eintritt: 2,60 Euro, Katalog 18,– Euro. Auskunft: Tel. 0511/ 16842-120 oderwww.kestner-museum.de