Die so genannte Kopenhagener Deutung ist nach ihrem Entstehungsort an der Universität Kopenhagen benannt. Ende der 1920er Jahre bemühten sich dort im Institut für theoretische Physik Niels Bohr und Werner Heisenberg gemeinsam um eine Interpretation der soeben entwickelten Quantentheorie.

Der Kern dieser Deutung ist zum einen Heisenbergs berühmte Unschärferelation (der zufolge bestimmte Größen wie Ort und Impuls nie gleichzeitig exakt gemessen werden können), zum anderen Bohrs Vorstellung der Komplementarität. Diese besagt, dass zur Beschreibung der Natur Gesetzmäßigkeiten herangezogen werden, die sich scheinbar gegenseitig ausschließen, zugleich aber ergänzen (berühmtestes Beispiel ist der Teilchen-Welle-Dualismus des Lichts).

Damit führte die Kopenhagener Deutung erstmals ein Element der Unsicherheit in die physikalische Beschreibung ein: In der atomaren Welt ist die Zuschreibung von bestimmten Eigenschaften nur noch aufgrund von Wahrscheinlichkeitsgesetzen möglich. Weiter gehende Fragen nach der "wahren" Natur der Mikrowelt werden damit sinnlos – eine Deutung, die Albert Einstein zeit seines Lebens bezweifelte ("Gott würfelt nicht"). Dennoch ist die Kopenhagener Deutung bis heute im physikalischen Mainstream anerkannt. DZ