In diesen Tagen ärgert Jean-Martin Folz, Chef des französischen Automobilkonzerns PSA (Peugeot, Citroën), seine deutschen Konkurrenten wieder mal mit einer breit angelegten Werbekampagne für den Club der Nichtraucher. Darin preist er die von Peugeot und der Schwestermarke Citroën auf breiter Basis eingeführten Dieselmotoren mit Rußpartikelfiltern.

Die deutschen Wettbewerber haben sich lange gegen diese von den Franzosen so geschickt vermarktete Technik gewehrt, doch jüngst haben VW-Chef Bernd Pischetsrieder und seine Amtskollegen Bundeskanzler Gerhard Schröder versprochen, bis 2008/09 werde jedes neue hierzulande ausgelieferte Dieselfahrzeug mit einem Filter ausgerüstet. Noch sind die deutschen Autobauer freilich im Rückstand. VW und Audi können bislang nur wenige Modelle mit Filter anbieten, bei Opel und vor allem Mercedes sieht es schon deutlich besser aus. Dass zumindest die deutsche Kundschaft den lange so verteufelten Rußfresser will, musste auch der scheidende Mercedes-Chef Jürgen Hubbert eingestehen: 80 Prozent der Mercedes-Diesel-Mobile werden hierzulande mit Partikelfilter geordert, sofern er für das Modell verfügbar ist. Den Kunden ist der Filter sogar einen happigen Aufpreis wert.

Für die Zulieferbranche könnte sich der Trend zum rauchfreien Diesel als gutes Geschäft entpuppen. Nach Berechnungen des Prognoseinstituts B&D Forecast könnte sich der Umsatz von 100 Millionen Euro (2004) bis zum Jahr 2010 auf 1250 Millionen Euro vervielfachen. Und wenn im kommenden Jahr, wie von Umweltminister Jürgen Trittin angedacht, der Filter mit 600 Euro pro Pkw steuerlich gefördert würde, wäre nach Berechnungen von B&D-Chef Ferdinand Dudenhöffer eine glatte Verdreifachung der Umsätze drin. Bislang profitiert vor allem der französische Filterproduzent Faurecia von den gesundheitsbewussten Dieselkäufern. Doch die deutschen Konkurrenten wie Bosch und Eberspächer sind derzeit mit Hochdruck dabei, eigene Produktionskapazitäten aufzubauen. So könnte der Rußfilter sogar noch Arbeitsplätze in Deutschland sichern.