Seltsam, wie aus den Tiefen des philosophiehistorischen Raumes manchmal eine Gestalt auftaucht, wie plötzlich Werkausgaben und Aufsatzbände erscheinen. So geschieht es gerade mit Salomon Maimon (ZEIT Nr. 24/04), der Ende des 18. Jahrhunderts seinen ganz eigenen Ausgang nahm aus der jüdisch-orthodoxen Unmündigkeit und, inspiriert von Kant, zum originellen Selbstdenker wurde. Originell muss auch die Person gewesen sein - jedenfalls nach dem Porträt des Freundes, des Berliner Arztes und Schriftstellers Sabattia Joseph Wolff. Sein Bändchen Maimoniana, 1813, 13 Jahre nach Maimons Tod erschienen, bietet Auszüge aus den Memoiren des Philosophen, dazu Klatsch & Anekdote. Gewissermaßen eine philosophische Hintertreppe, auf der wir auch Belline begegnen, dem Hund des Meisters, dem er offensichtlich das Lesen beibringen wollte: Er resp. sie sollte nämlich Maimons Bibliothek erben.

Sabattia Joseph Wolff: Maimoniana oder Rhapsodien zur Charakteristik S.

Maimons

Hrsg. v. Ch. Schulte u. M. L. Davies - Parerga Verlag, Berlin 2004 - 156 S., Abb., 24,- e

SACHBUCH Wahrlich ein Wundertier der Aufklärung ist auch Theodor Gottlieb (von) Hippel (1741 bis 1796), preußischer Polizeidirektor, humoristischer Schriftsteller und Proto-Feminist dazu. Nachdem Joseph Kohnens Hippel-Biografie von 1987 längst vergriffen ist, bietet Urte von Bergs liebevolles Bändchen eine neue Gelegenheit, dieses Königsberger Multitalent kennen zu lernen. Allein schon seine Schrift Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber (1792) hätte ein Meilenstein der Emanzipationsgeschichte sein können - wenn Preußen nicht Preußen gewesen wäre.

Urte von Berg: Theodor Gottlieb von Hippel

Wallstein Verlag, Göttingen 2004 - 139 S., Abb., 24,- e