Der Meister des Vaters erkannte früh, dass der Sohn seines Zimmerers ein aufgewecktes und handwerklich geschicktes Kind war und nahm ihn als 14-Jährigen in die Lehre. Er durfte mit Zustimmung des Meisters die letzten zwei Jahre der Lehrzeit nebenher die Königliche Provinzial-Kunst- und Bauhandwerksschule besuchen. Außer der praktischen Arbeit lernte er das Zeichnen von Grundrissen, das Planen und Entwerfen, und im kunstgeschichtlichen Unterricht den Blick für Proportionen und die Bauten des Altertums.

Während seiner Kindheit entwickelte sich seine Heimat zum Zentrum des Industrialismus mit all seinen sozialen Problemen.

Mit 19 bekam er seinen Lehrbrief. Die Lehranstalt bescheinigte ihm im Zeugnis Fleiß im Unterricht, seine Fähigkeiten in der Zimmerkunst und der Mechanik waren eben- falls lobend erwähnt. Für die Konstruktionszeichnung einer Kuppel bekam er die große silberne Preis-Medaille des Lehrinstituts. Außerdem erhielt er ein Stipendium für die vor kurzem eröffnete Königlich-Technische-Schule in Berlin.

Es waren die Stein-Hardenbergschen Reformen, die die Voraussetzungen schufen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Der Zunftzwang war aufgehoben und die Gewerbefreiheit verkündet worden. Eine liberale Wirtschaftsauffassung ließ ein privates Unternehmertum unter staatlichem Schutz entstehen. Preußen hatte zudem die Zollschranken aufgehoben und besaß ein Netz von Staatsstraßen.

Trotz allem war England in seiner industriellen Entwicklung weit voraus. Man baute dort schon Eisenbahnen, auf die es eine Art Mo- nopol gab, das hartnäckig verteidigt wurde.

Der junge Mann interessierte sich besonders für den Eisenguss. Als Schüler des Gewerbe-Instituts wurden vor allem Fleiß, Disziplin und Ordnung von ihm verlangt. Er war ein lernbegieriger Schüler, der aber den Unterrichtsstoff seiner Lehrer kritisch betrachtete. Was ihn nicht interessierte, ließ er einfach aus. Zur Prüfung erschien er nicht. Vermutlich hatte man ihn wissen lassen, dass seine Noten nicht überall gut waren. Schließlich besorgte er sich eine Lehrstelle in einer Eisengießerei. Als er sich vorstellte, bekam er einen hervorragenden Meister und dieser seinen besten Mitarbeiter.

Während seiner Betriebsleiterzeit verlor er sein Ziel nicht aus den Augen, sich selbstständig zu machen. Er sah sich nach einem geeigneten Grundstück um, das er noch vor Ablauf seines Arbeitsvertrages von seinem Ersparten kaufen konnte. Für die Errichtung der Fabrikhalle fehlte ihm das Geld, aber er fand einen privaten Geldgeber, der ihm an die 60000 Taler lieh, die er auch pünktlich zurückzahlte.