Mittlerweile kann ich dank FAZ und ZEIT weder nach den alten noch nach den neuen Regeln richtig schreiben. Wie beneide ich Günter Grass, der auf alte Rechtschreibung bestehen darf! Wer oder was hindert eigentlich die Herausgeber der ZEIT, ebenfalls zur alten Orthographie zurückzukehren?

Vielleicht würden dann weitere Verlage mitmachen. Oder mit machen?

FRITZ POHNERT, MAINZ

Argumente hin, Argumente her - jeder hat ein bisschen Recht.

Vielleicht wäre es besser, von den Gefühlen zu sprechen. Denn sie sind es, die sich gegen das Neue sträuben, weil wir das Alte in Kindertagen gelernt und als die Wahrheit empfunden haben. In langjähriger Mühe haben wir die gültige Schreibung mit dem uns vertrauten, gesprochenen Wort zu einer festen Einheit verbunden. Niemals war uns klar, dass das gesprochene Wort am Anfang steht und die Schreibung eine mehr oder weniger willkürliche Konvention ist.

Für unser Gefühl sind Wort und Schreibung identisch. Dieses Gefühl, dieser Glaube wird nun infrage gestellt. Daher der Aufstand. Hier fühlen wir uns alle kompetent, auch wenn wir die neuen Regeln gar nicht richtig kennen.

Wer heute gegen die Reform argumentiert, fordert vermutlich in anderem Zusammenhang durchaus das lebenslange Lernen. Üben wir also schon heute.