Die Abenteuer des Schlossgespensts Hui Buh sind seit den siebziger Jahren ein Märchen für Kinder. Seit dem Mittelalter haust es oben im Burgfried, rasselt mit seiner rostigen Eisenkette und piekst ungläubige Schlossgäste mit dem Morgenstern. Heutzutage werden Erwachsenen ähnliche Märchen erzählt: zum Beispiel, dass sich der Erfolg von Gruselfilmen mathematisch korrekt berechnen lässt. Eine passende Formel haben seriöse Wissenschaftler des Londoner King's College nun ermittelt. Sie wurden allerdings nicht von unbändigem Forscherdrang angetrieben, sondern vom Geld der Filmindustrie, in deren Auftrag sie handelten.

Folglich bereitet das Ergebnis ihrer Arbeit echte Gänsehaut: Für den perfekten Gruselfilm sind nämlich unbekannte Orte und spannende Musik wichtig, rasante Verfolgungsjagden ebenso wie tödliche Fallen für den Helden.

Wer hätte das gedacht? Im Prinzip hat sich also kaum etwas geändert. Aus Gespenstern wurden Psychopathen wie Hannibal Lecter, statt Rasselketten rasseln Kettensägen. Und auch die britischen Forscher bleiben dem Prinzip Schlossgespenst treu: Sie hocken hoch oben in ihrem Elfenbeinturm, besuchen hin und wieder die Wirklichkeit und erschrecken die Menschheit mit Ergebnissen, auf die niemand gewartet hat. Ist das nicht gespenstisch?