Irgendjemand musste ja darauf kommen, und Christian Schmidt, der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, wurde offensichtlich vom Schicksal dafür ausersehen: Er verglich die Auswirkungen der amerikanischen Pläne, Truppen aus Deutschland abzuziehen, mit Hartz IV.

Ab sofort also Montagsdemos in Wiesbaden, Würzburg, Gießen und Baumholder?

Mit Menschenketten, die den Abmarsch verhindern sollen? Eine zweite Volksfront? Die altlinken Kader schmetterten früher zwar ihr Go, Ami, go home/spalte für den Frieden dein Atom, sie stimmten aber auch den alten Gewerkschaftersong We shall not be moved an, und der tät' inhaltlich schon passen, genauso wie Where have all the soldiers gone. Der Truppenabzug sei im Übrigen eine Gefahr für die Sicherheit Europas, bemängelte Christian Schmidt. Er ist Mitglied der CSU, und die Amerikaner sind in der Nato, aber die geben jetzt ein Stück Verantwortung auf, wie er sagt.

Da wären also beide Motive glücklich in Stellung gebracht, die Arbeitsplätze und die Interessen des alten Europas, und jetzt muss man nur noch ein bisschen agitatorisches Feuer legen: Diese Amis! Erst kommen sie her und bleiben trotz aller Einwände - zuerst von rechts, später von links - hier und bringen auch noch diese komische Musik mit und dieses böse Gummi-Essen, und dann? Dann entziehen sie sich der Verantwortung. Das ist doch der Gipfel der neoliberalen, neokonservativen, um nicht zu sagen imp... - aber das schreiben wir jetzt lieber nicht hin, denn sonst hauen sie womöglich noch schneller ab.