Dass englische Gartenkunst und Literaturgeschichte ein schönes Paar abgeben, erfuhr Luise Berg-Ehlers auf ihrer Reise durch die Blütenoasen zwischen Cornwall und Kent. In Die Gärten der Virginia Woolf beschreibt sie die Orte, die der Londoner Schriftstellerin als Quelle der Inspiration dienten und heute zur Besichtigung offen stehen: den Kindheitsspielplatz der Kensington Gardens, das Feriendomizil von Talland House in St. Yves, denTreffpunkt der linksintellektuellen Bloomsbury-Gruppe in Charlston, den "Weißen Garten" der Freundin Vita Sackville-West in Sissinghurst. Warum Wollziest, Apfelbaum und Spargelbeet in das Werk der Virginia Woolf eingingen, obwohl die Dichterin weder botanisch bewandert noch gärtnerisch aktiv war? Darüber informiert das Lesebuch mit den historischen Fotos und beschwingten Texten in beachtlicher Ausführlichkeit. Den Anspruch eines Nachschlagewerks erfüllt es mangels Orts- und Personenregister leider nicht. CS

Durch Europa reisen , und das möglichst preiswert, lautet Wolfgang Kleins Maxime in seinem Nachschlagewerk für Europabummler mit schmalem Geldbeutel. Wer mit Rucksack, Zelt und Zug losziehen will, erfährt Wissenswertes über Preise für Tickets und Lebenshaltungskosten in den jeweiligen Ländern. Nach einigen allgemeinen Hinweisen für Alleinreisende folgt ein langer Teil mit ausführlichen Besprechungen der Interrail-Länder. Angefangen bei der Schweiz, über Dänemark, die Benelux-Staaten, Großbritannien, Polen oder Ungarn bis hin nach Griechenland und in die Türkei verfolgt jeder Tipp vor allem drei Ziele: Er will beim Sparen helfen, die Reise angenehm und abwechslungsreich gestalten und schließlich Spaß bescheren. Bahnverbindungen, Zeltplätze und Übernachtungsgelegenheiten sind fein säuberlich nach Städten und Regionen geordnet. Fotos sucht man vergeblich, dafür gibt es Pläne der Streckennetze aus ganz Europa. MDO

Schöneres als Meran könne er sich kaum denken, schwärmte im Jahre 1910 der Schriftsteller Stefan Zweig, "höchstens Meran im Frühling, wenn die Obstbäume in Blüte stehen". Als Ötzi vor mehr als 5000 Jahren zum Alpenhauptkamm zog, gab es in der Gegend bereits Ackerbauern, und als Kaiserin Sisi zur Kur kam, begann die große Zeit der kleinen Südtiroler Stadt. Josef Rohrer präsentiert die Relikte der Belle Époque: prächtige Promenaden und pompöse Fassaden, Kurhaus und Villen, Kirchen und Gärten. Und weil, wie er schreibt, "die Stadt ihren Reiz vor allem ihrer Umgebung verdankt", einer Landschaft mit Weinreben und Obstbäumen, Burgen und hohen Bergen, schließt Meran kompakt viel Sehenswertes jenseits der Stadtgrenzen ein. Ein knapp gehaltener, gleichwohl informativer, gelungen bebilderter Reiseführer, mit Stadtplan und Umgebungskarte in Deutsch und Italienisch, auf denen die Sehenswürdigkeiten markiert sind. H. K.