Die Hamburger Richter haben nur einen Eilbeschluss verkündet, der die Startbahnverlängerung bei Airbus blockiert. Das Hauptverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss hängt noch beim selben Gericht an und wird sich wohl durch die Instanzen schleppen. Gleichwohl haben die Richter sich deutlich zum Grenzverlauf geäußert zwischen dem grundgesetzlich verbrieften Schutz des Eigentums Einzelner, dem Allgemeinwohl und dem von einem privaten Unternehmen reklamierten Anspruch, mit der Schaffung von Arbeitsplätzen dem Allgemeinwohl zu dienen.

Airbus fordert die längere Start- und Landebahn, um die Frachtversion des neuen A380 zu so genannten Auslieferungsflügen starten zu lassen. Zu solchen Demonstrationen werden Kunden eingeladen, denen dann vorgeführt wird, was das neue Flugzeug zu leisten vermag. Die Frachtmaschine muss dafür mit zwei Dritteln ihrer Nutzlast beladen werden. Dafür ist die längere Piste erforderlich. Die Hamburger Airbus-Manager finden, sie sähen bei den Kunden im Vergleich zum Konkurrenzstandort Toulouse schlecht aus, wenn sie zu den Demonstrationsflügen auf den nahen Verkehrsflughafen Fuhlsbüttel ausweichen müssten - oder gleich ganz nach Toulouse. Die neue A380, für die derzeit 129 feste Bestellungen vorliegen, wird an beiden Orten gebaut und ausgeliefert.

Den Hamburger Verwaltungsrichtern wiegt der Wunsch von Airbus, die Kundendemos in Finkenwerder durchzuführen, nicht schwer genug, um damit ins Eigentum der klagenden Obstbauern einzugreifen. Einstweilen sind ohnehin erst zwei der neuen Frachtmaschinen zur Auslieferung in Hamburg bestellt, und es hängen kaum Arbeitsplätze am reinen Auslieferungsvorgang.