Der Clement hat was mit seinem Dienstwagen, hört man, irgendwas mit Steuern. Also nicht mit dem Steuern des Dienstwagens, den steuert ja sein Fahrer, sondern mit den Steuern, die er dafür bezahlen müsste. Aber nicht hat, sagt man. Der Wirtschaftsminister hat nun also Ärger. Was kein Wunder ist, denn wer erstens Feinde hat und zweitens einen Dienstwagen, der kriegt damit früher oder später und drittens auch Ärger.

Wobei das schon ganz ohne Feinde so kommen kann. Und zwar folgendermaßen:

Der Dienstwagen ist kein Wagen wie beispielsweise ein Lastwagen oder ein Volkswagen, sondern ein Verhältnis. Und zwar zwischen dem, der einen bekommt, dem, der einen zur Verfügung stellt, und dem Staat, jener Kraft mithin, die stets das Gute will und stets das Böse schafft. Der Staat möchte, dass in Deutschland möglichst viel teure Autos gekauft werden. Dafür gewährt er Firmen, die solche großen dunklen Dinger für ihre Angestellten anschaffen, einen steuerlichen Vorteil. Die Angestellten wiederum freuen sich darüber so sehr, dass sie gern bereit sind, für den geldwerten Vorteil, mit einem kostenlosen Auto und kostenlosem Benzin rumfahren zu dürfen, ihrerseits Steuern zu bezahlen. Das wiederum lohnt sich nur, wenn man möglichst viel fährt und keine anderen Fahrtkosten hat. Eine Monatskarte für den Nahverkehr? Purer Luxus, das muss man mit dem Dienstwagen abfahren. Ein Fahrrad? Reine Geldverschwendung! Kleiner Spaziergang? Grundfalsch, das kann man doch fahren, da versaut man sich die Schuhe nicht. Normale Autos stehen vor der Tür und sagen einem: "Hey, du Geizhals, du sollst mich fahren, auch wenn es was kostet; du willst es doch auch." Der Dienstwagen hingegen raunzt einen an: "Fahr mich endlich, alter Verschwender, du kannst es dir gar nicht leisten, mich hier stehen zu lassen; steig endlich ein, sonst ruf ich deine Bank an."

Der Dienstwagen als Idee des Staates ist also eine Art umgekehrte Ökosteuer, eine rasende Verschmutzungsprämie, das Gefährt für Menschen ohne jedes Umweltgewissen. Die gibt es jedoch bei uns kaum noch. Bei den Deutschen ist das Grüne in den Genen angelangt. Selbst bei Wolfgang Clement. Nur wer selbst einmal Dientswagen fuhr, weiß, wie er leidet.