15 Millionen Jahre lang fiel kein Sonnenstrahl in den Lake Vostok, den riesigen See unter dem antarktischen Eisschild. Nun wollen ihn russische Forscher anbohren. Warum?

Die Russen möchten für eine Sensation sorgen. Vielleicht ist der Lake Vostok ja ein völlig steriles Gewässer. Vielleicht existiert dort, unter extremen Bedingungen, unbekanntes Leben. Der Glaziologe Jean Robert Petit jedoch hat die Forscher gewarnt: Das gibt ein zweites Tschernobyl, sagt er.

Welcher GAU soll uns denn da bevorstehen?

Für die Wissenschaft wäre es eine Katastrophe, gelängen beim Anbohren Bakterien oder Abrieb vom Bohrkopf in den See. Die Russen haben sich ja schon früher bis auf 150 Meter ans Wasser herangegraben. Nun ist das alte, 3600 Meter tiefe Bohrloch mit FCKW und Kerosin gefüllt, damit es nicht zufriert. Dort Wasser hochzukriegen, ohne den See zu kontaminieren, ist schwierig. Der Bohrkopf müsste absolut steril sein.

Aber Sie selbst möchten doch auch gern erfahren, wie es dem unberührten See geht!

Natürlich! Sobald ich sicher bin, dass eine Methode funktioniert, die den See nicht verschmutzt, könnte ich nicht widerstehen. Am vielversprechendsten wäre es, sich mit heißem Dampf durch den Eisschild zu bohren. Dazu müsste aber erst eine Dampffabrik her. Danach könnte man in zwei bis drei Wochen unten sein. Es wäre ein gigantisches Unternehmen.

Würde man im Lake Vostok Leben finden?