In Deutschland galt früher die ungeschriebene Regel: Nur ein echter Bauer macht auch einen guten Landwirtschaftsminister. In Europa aber gelten andere Gesetze - die dänische EU-Agrarkommissarin in spe Mariann Fischer Boel bekommt das gerade zu spüren. Weil ihre Familie zwei Farmen besitzt und zudem in ein russisches Landgut investiert hat, schlagen in Dänemark die Wogen der Entrüstung hoch. 82 195 Euro EU-Subventionen soll der Gatte von Frau Boel im vergangenen Jahr bekommen haben. Anlass genug für heftige Spekulationen: Wie werden sich Boels Reformen des Agrartopfes wohl auf das Familieneinkommen auswirken? Die Karriere der Dänin in Brüssel könnte zu Ende gehen, bevor sie beginnt.