Als Volks- und Realschullehrerin in Hamburg ausgebildet, bin ich seit fünf Jahren pensioniert. Meine Schule wurde 1979 Gesamtschule, bis dahin war sie eine Haupt- und Realschule. 1983 ging die letzte Hauptschulklasse ab.

Alle haben eine Lehre gemacht, drei sind Meister geworden, einer hat sich selbstständig gemacht mit 50 Mitarbeitern.

Der Begriff Leistung wurde immer weniger wert, Fordern und Fördern wurde arg verstümmelt. Die letzten A-Kurse für leistungsschwächere Menschen, die ich betreute, brauchten keine Lehrer, sondern Menschen, die ihnen zeigten, dass auch sie wichtig sind.

Wo steckt da der schwarze Peter? Dort, wo Jürgen Baumert ihn findet? Das glaube ich nicht!

Unser gesamtes Schulsystem ist mittelalterlich orientiert. Was sollen junge Leute mit Mendel, wenn sie nicht wissen, wie Erbsen aussehen, Tiere sie nicht interessieren, weil niemand ihnen Natur nahe gebracht hat und Menschen ihnen oft weh getan haben.

Mein erster Vorschlag: Die Jahrgangsklassen werden aufgelöst. Es gibt Erstklässler, die besser lesen als Kinder in der 5. Klasse. Warum ist es für die Behörde so schwer, ein Kurssystem anzudenken, das dem einer einklassigen Dorfschule nachempfunden wird, in die ich eingeschult wurde. Dort habe ich die Kommaregeln in der 1. Klasse gelernt, weil ich bei der 3. mitarbeiten konnte, deren Stoff mich mehr interessierte.

Mein zweiter Vorschlag: Schluss mit der Aussortiererei nach der 4. Klasse.