Wer das jüngste Papier der Kongregation für die Glaubenslehre über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt als fortschrittlich bezeichnet, denkt vielleicht daran, dass die Nachfolgerin des Heiligen Offiziums sich immerhin nicht mehr für die Verbrennung von Frauen als Hexen einsetzt. Was aber erfahren Frauen heute, die sich zu Diakoninnen, Priesterinnen oder Bischöfinnen berufen fühlen, die dafür die Kompetenz haben und nachweisen können, dass ihr Ausschluss bibeltheologisch nicht begründet ist? Der bekannte Wiener Weihbischof Krätzl hat Recht: Die Frauenfrage wird zur Schicksalsfrage der katholischen Kirche werden!

ANNELIE UND WALTER HÜRTER, INGOLSTADT

Offensichtlich wünschen sich die Verfasser sehnlichst Frauen, die ganz für sie - eben den anderen - da sind. Die eigene Männlichkeit scheint hingegen darin zu bestehen, vor allem für sich selbst da zu sein und Privilegien zu verteidigen. Wie können solche Männer ernstlich für sich in Anspruch nehmen, glaubwürdig von Gottes Liebe zu allen Menschen zu sprechen? Von der Freiheit eines Christenmenschen ganz zu schweigen.

RUTH SCHÄFER, DUISBURG

Nicht ganz verständlich ist mir die Botschaft des Vatikans, dass die Frauen die Kardinalstugenden verkörpern. Das sollte uns Männern - mit und ohne Kardinalshut - ebenso gelingen. Zu jenen Tugenden zählt die Gerechtigkeit. Es widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz, den Paulus in Gal 3,28 als christliche Errungenschaft weitergibt, dass die Frauen vom Priesterberuf ausgeschlossen sind.

Das Verhalten der führenden Männer unter sich in der katholischen Kirche ähnelt dem Verhalten von Wohlhabenden und Privilegierten, die selbstsicher behaupten: Es ist Gottes Wille, dass es Reiche und Arme gibt. Für immer!

Basta!