Es ist ein wüster, kleiner Ort namens Lerchenfeld, wo Gurken, Tomaten und Kürbisse auf Feldern schmoren und manchmal ein aufgeplatzter Hund an der Straße liegt, fliegenumschwärmt.

Die Strecke von dort, dem Beginn, wurde ausgebaut und blank gefegt bis hinauf zum Rand von Athen und hinab durch Häuserschluchten der, meines Wissens, hässlichsten Stadt der Welt, wo der Lauf im alten, einem aufgeschnittenen Schiffsbug gleichenden, dem hübschen Panathinaikos-Stadion endet. Die Metropole, in der ein Drittel der Bevölkerung Griechenlands wohnt, mag inzwischen, wenigstens in der Mitte, auf schwedische Art und Weise aufgeräumt und übertüncht worden sein.

Wer draußen an der Strecke sich aufreiht und wartet, wird wenig anzuschauen haben, wenn am nächsten Sonntag die Frauen, am übernächsten die Männer vorübereilen. Im Fernsehen sind Dramen besser zu betrachten, falls jemand hinterhertorkelt, vernichtet von Durst oder Sauerstoffmangel, genannt Gabas Hammer, sobald Rezeptoren im Gehirn nicht mehr andocken, zu wenig Hämoglobin auf den Blutplättchen verweilt oder der geteilte Stoffwechsel, der nun Fett verbrennen müsste, Mühe hat, umzuschalten, da in der Leber kein Einfachzucker mehr vorhanden ist.

Tot fällt niemand um, wie früher prophezeit. Alle sind bestens trainiert und kommen durch und, falls es regnen würde, ein schwüles, jedoch frohes Ereignis, die Ergebniszeiten täten sich trotzdem wenig verbessern, da auf dieser Buckelasphaltpiste kein Rekord zu erreichen ist.

Damals, 490 vor Christus, lief Philippides, nur Sandalen an, durch Unwegsamkeiten, Disteln oder duftenden Salbei streifend, in die Polis, wo er zusammengebrochen sein soll, noch hastig verkündend, dass Heerführer Miltiades, der an Pusteln und kurzem Darm litt, wie einst Krebs bezeichnet wurde, die Perser, welche fünfundzwanzigmal überlegen waren, geschlagen habe.

Etwa zweieinhalbtausend Jahre später, nachdem Coubertin die Olympiade wieder entfacht hatte, rannte Louis Spiridon, ebenfalls nur Sandalen an, von Marathon nach Athen und siegte. Er trug einen Schellengürtel, wollte, bevor er müde wurde, sich selbst wecken und trank in einem Wirtshaus bei Pikermi ein Glas Weißwein, eine Wohltat.

Dasselbe vollführte einst auch die geehrte und hoch bezahlte Zunft der Boten- und Staffettenläufer, als Herzöge oder Fürstbischöfe anfangs der Renaissance entweder einen Kriegsentwicklungsbrief oder ein billet doux in die Ferne, Grenzen zahlreicher Währungen überwindend, schicken wollten.