Sind Sie glücklich? Er muss lachen. Ob ich Glück habe oder ob ich glücklich bin? Ob Sie glücklich sind. "Ja", sagt er, "ich bin es, ich bin glücklich, ich kann machen, was ich möchte, und das ist ein großes Glück. Ich habe den Beruf, den ich wollte, ich habe meinen Traum gelebt, im Ballon, und lebe nun einen neuen, ja, ich bin glücklich."

Held ist, wen man sich größer denkt. Piccard, schmächtig, das Haar längst schütter, antwortet aus rotem Polster, Hotel Montana, Luzern, ein Abenteurer sucht Worte. Waren Sie immer glücklich?

"Nicht immer", sagt er, fast schüchtern.

Bertrand Piccard, Schweizer, geboren am 1.März 1958 in Lausanne, Enkel von Piccard, Auguste, 1884 bis 1962, der befreundet war mit Einstein, Curie, Planck, Bohr, Professor für Physik in Zürich und Brüssel, der als erster Mensch, 27. Mai 1931, in einem Ballon in die Stratosphäre aufstieg, 16000 Meter hoch, der als Erster mit eigenen Augen die Krümmung der Erde sah, Vorbild für Professor Bienlein in Tim und Struppi, manchmal durfte Bertrand mit ins Labor des Gefeierten, durfte mit dem Modell des Bathyscaphes spielen, jener Erfindung, mit der der Großvater in die Meere getaucht war, tiefer als ein Mensch zuvor.

Ältester Sohn von Piccard, Jacques, geboren 1922, der sich, in einem Gerät namens Trieste, in den Marianengraben absetzte, 23. Januar 1960, die tiefste Stelle aller Meere, 10916 Meter, der sich in einem Unterwasserboot 30 Tage vom Golfstrom treiben ließ, 1969, 3000 Kilometer weit.

"Damals lebten wir in Florida, zwei Jahre lang, eine wunderbare Zeit für das Kind, das ich war." Eine wichtige Zeit? Piccard nickt. Dieser Blick!

Er war zehn, elf, gierig auf alles Neue, Bertrand sah die Raketen der Amerikaner ins All entschwinden, Apollo 7 bis Apollo 12, saß neben seinem Vater, dem Berühmten, auf der Bühne zwischen Präsidenten und Königen, Bertrand kannte die Helden der Lüfte, spürte ihre Hände auf seinen Schultern, Charles Lindbergh, der als Erster den Atlantik überflogen hatte, James Lowell, Apollo 8 und 13, Walter Shirra, John Glenn, Alan Sheppard, der erste Amerikaner im Raum, die Nacht vor dem Start von Apollo 11, die zum ersten Mal Menschen zum Mond trug, verbrachte das Kind im Hotelzimmer von Wernher von Braun, dem Erbauer der Rakete, die die Kapsel in den Himmel schleuderte, Saturn V, bebende Erde und stockender Atem, noch heute besitzt Bertrand Piccard, Psychiater, 46 Jahre alt, ein Tonband, darauf der schönste Countdown seiner Kindheit, twelve, eleven, ten, nine, ignition sequence start, six, five, four, three, two, one, zero, all engines running, lift off, lift off Apollo eleven.

Mit zwölf, zurück in der Schweiz, Lausanne, Genfer See, Alltag, schien dem Kind, dass es die schönste Zeit seines Lebens hinter sich habe. Piccard sagt: "Es begann eine schwierige Phase."