Er war das Idealbild seiner Zeit: vornehm, gebildet, weltoffen. Außerdem erschien er äußerst liebenswert, wenn auch sehr distanziert. Als 14-Jähriger schrieb er seine ersten Gedichte, ein Jahr später stand sein Name auf der Titelseite der Zeitung Neue Freie Presse. Der Gefahr, eine angesehene "lokale Respektsperson" zu werden, entging er, indem er sein Studium in Berlin fortsetzte.

Dort fand er eine "ungezwungene, unkontrollierte Form der Existenz". Er lernte Leute aus den unterschiedlichsten Milieus kennen. Richard Dehmel riet ihm zu Übungszwecken, Werke anderer Autoren ins Deutsche zu übertragen. Er beendete seine Dissertation in Wien. Nach bestandener Prüfung begab er sich als 23-Jähriger auf Reisen. Karl Kraus urteilte spöttisch: "…Gott, wie talentvoll sind doch diese Leute, wenn sie zugleich Geld für alles haben!"

Nachdem er sich in Paris und anderen europäischen Ländern umgesehen hatte, folgte eine Rundreise durch Indien, Ceylon und Birma, wo ihn die große Armut schockierte, dann zu den Antillen, auch nach Kuba. Dabei schrieb er Gedichte, Geschichten und ein Trauerspiel, das im Wiener Burgtheater aufgeführt wurde – der höchste Traum aller Wiener Schriftsteller.

Er bewunderte den eleganten Hofmannsthal, doch der erwiderte die Zuneigung nicht. Der Bewunderte hielt ihn eher für einen Journalisten, einen der verhassten "Literaten dieser Zeit, von denen sich kein Dichter ganz trennen kann… leben und für ein Publikum schreiben zu müssen, das durch sie verdorben ist".

Obwohl oder weil seine Erziehung äußerst prüde war, hatte er ständig Amouren. Trotzdem fühlte er sich in der Gesellschaft von Frauen nicht wohl. Nur in Männerrunden taute er auf. Es lag wohl daran, dass er niemanden an sich heranließ. Es blieb immer eine Distanz.

Doch dann lernte er eine Frau kennen, die anders war. Sie lebte getrennt von ihrem Mann. Sie hatte zwei Töchter und war intelligent und selbstständig. Sie schrieb wie er in verschiedenen Zeitungen. Als er sich für sie entschied, ließ sie sich von ihrem Mann scheiden, eine Prozedur, die Jahre dauerte.

Als der Erste Weltkrieg begann, meldete er sich freiwillig und wurde dem Kriegsarchiv zugeteilt, wo er andere Schriftsteller traf, die wie er für die Propaganda arbeiteten. Nach anfänglichem Patriotismus erfasste ihn Entsetzen über die Begeisterung der Massen und die Zerstörung der Werte. Er schrieb ein pazifistisches Drama, es gab ihm das Gefühl, etwas Persönliches geschrieben zu haben, das ihn weiterbrachte. Und bald stellte er erstaunt fest: "In jenen Jahren (kam) ein Gast in mein Haus und ließ sich dort wohlwollend nieder, ein Gast, den ich nie erwartet hatte – der Erfolg."