Rudern. 240 Schläge für 2000 Meter. Am Start Marcel Hacker, Deutscher, 1,96 Meter groß, knapp 100Kilo schwer. André Vonarburg, Schweizer, 1,95 Meter groß, knapp 100 Kilo schwer. Zwei Männer in ihren schmalen Galeeren. Manchmal Kumpel. Manchmal Gegner.

Warum gewinnt der eine? Warum verliert der andere? Aus welchem Holz ist der Sieger geschnitzt?

Wollte jemand auf eine Olympiamedaille für Deutschland wetten, dann würde er auf Marcel Hacker setzen. Bei der WM 2001 stürzte er ohnmächtig ins Wasser. 2002 wurde er Weltmeister, im Jahr darauf Vize. Er ist der Olympia-Favorit bei den Königen der Ruderer, den Männern im Einer. Aber niemand sollte ihm sagen, dass Deutschland einen Sieg erwartet. Sonst antwortet Marcel Hacker mit seiner bösen Schärfe: Ja, dann soll Deutschland selber rudern.

Vonarburg, Schweizer Meister, ist der Außenseiter. Sein Ziel ist ein Platz im Finale. Mit Hacker bildet er seit zwei Jahren eine Trainingsgemeinschaft.

Ein netter Sonnyboy. Sagt Hacker von Vonarburg. Krass und rücksichtslos, wenn es ums Rudern geht. Sagt Vonarburg von Hacker.

Einer gewinnt vielleicht Gold.

Der andere vielleicht nichts.

Das fühlt man, sagt Hacker. Das weiß man schon am Start, ob man gewinnt oder verliert. So wie ich es spürte, als ich Weltmeister wurde. Da bin ich gefahren mit dem Gefühl, ihr könnt mich alle mal. Und ich wusste es in Mailand, WM 2003, dass ich eins auf die Schnauze kriege. Das ist Gefühl. Es klappt, oder es klappt nicht. Das weißt du vorher.