Ein sonniger Sommertag in der Hamburger Redaktion ist vielleicht der beste Zeitpunkt, um Ihre Frage mit einem eindeutigen »Unentschieden« zu beantworten, gestützt auf die Zahlen des Deutschen Wetterdienstes: Als Regentage zählen dort Tage, an denen mindestens ein Millimeter Regen fällt. Im langjährigen Mittel haben die beiden Metropolen im Süden und im Norden Deutschlands genau gleich viele Regentage, nämlich 133.

»Jaaa«, werden Sie jetzt als Münchner sagen, »aber in Hamburg fällt an diesen Regentagen sicherlich viel mehr Wasser vom Himmel als bei uns.« Falsch! In München regnet es tatsächlich mehr als in Hamburg: 966,7 Liter pro Jahr gegenüber 770,3 Litern.

Aber auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit. Der viele Regen in München geht vor allem auf das Konto von heftigen sommerlichen Gewitterschauern. Mit anderen Worten: Es regnet zwar mehr, aber das in kürzerer Zeit. Dass die Regenstatistik nicht das komplette Bild widerspiegelt und Ihre Beobachtung durchaus treffend ist, zeigt sich bei einem Blick auf die Sonnenscheindauer: Die beträgt nämlich in München jährlich 1709 Stunden, in Hamburg dagegen nur 1557 Stunden. Christoph Drösser

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