Gemäß der Devise Rabatt statt Beratung locken Fondsdiscounter mit Nachlässen beim Ausgabeaufschlag, wenn Anleger ihre Fondsanteile quasi per Selbstbedienung im Supermarkt kaufen. Ein interessantes Angebot, betragen die Aufschläge bei Aktienfonds doch oft fünf oder sechs Prozent der Anlagesumme.

Die Fonds-Aldis haben aber auch Tücken. So gibt es je nach Anbieter und Anlagebetrag unterschiedliche Rabattstaffeln. Während bei manchen Fonds der komplette Ausgabeaufschlag erlassen wird, gibt es für andere Produkte keinen Cent Nachlass. Die Verwirrung komplett machen Sonderaktionen, bei denen oft für bestimmte Fonds mit einem zeitlich befristeten Extra-Rabatt geworben wird.

Wenn kleine Beträge angelegt werden sollen, droht dem Rabatt suchenden Anleger sogar eine Kostenfalle. Denn hier muss darauf geachtet werden, wo die Fondsanteile verwaltet werden und welche Gebühren dafür anfallen. Während Direktbanken die Fondsanteile in ihren regulären Kundendepots verwalten können, sind freie Discountvermittler auf die Zusammenarbeit mit speziellen Fondsbanken angewiesen.

Einige Spezialbanken wie ebase, attrax, die FondsServiceBank oder die Frankfurter Fondsbank konzentrieren sich auf die Depotführung für Fondsanleger und bieten diese Dienstleistung in Zusammenarbeit mit freien Fondsverkäufern an. Die von diesen dann erhobenen Gebühren sind allerdings bei Fondssparplänen oder bei kleineren Einmalanlagen oft wenig attraktiv.

Wer beispielsweise beim Discountvermittler Fondsexpress Fondsanteile kauft und diese über Fondsexpress bei attrax verwalten lässt, zahlt für die Depotführung eine Mindestgebühr von 52,20 Euro pro Jahr. Bei einem Anlagebetrag von 1000 Euro liegt somit die jährliche Kostenbelastung bei mehr als fünf Prozent. Erfolgt die Verwaltung über die weit verbreitete Depotbank ebase, verlangen viele Vermittler 36 Euro pro Jahr an Mindestgebühr. Bei der Verwaltung über die DWS Partner World kassiert der Discounter AVL eine Jahresgebühr von 50,40 Euro.

Günstiger ist es in vielen Fällen, die Fondsanteile nach dem Kauf über den Discounter direkt bei der Fondsgesellschaft verwalten zu lassen - sofern diese Variante angeboten wird. Dort werden oft nur Jahresgebühren von rund zehn Euro verlangt. Allerdings gilt: Wenn die Fonds über mehrere Gesellschaften verteilt sind, können auch mehrfache Gebühren fällig werden.

Bei Sparplänen und kleineren Einmalanlagen kann es somit sinnvoller sein, statt über einen Discountvermittler die Fondsanteile bei einer Direktbank zu kaufen. Dort git es zwar oft weniger Rabatt, doch einige Direktbanken wie Cortal Consors, DAB Bank und ING-DiBa führen bei Fondssparplänen das Kundendepot gebührenfrei.