Myxobakterien leben in großer Zahl in der Erde, auf verrottendem Pflanzenmaterial, im Kot von Pflanzenfressern und auf Baumrinden. Wird jedoch die Nahrung knapp, verändern die stäbchenförmigen Zellen ihr Verhalten. Sie kriechen aufeinander zu, türmen sich auf und entwickeln so genannte Fruchtkörper . Diese Formationen können je nach Bakteriengattung sehr unterschiedlich sein. Im einfachsten Fall bildet sich eine kugelförmige, von Schleim umgebene Masse. Andere Arten, wie hier im Bild Chondromyces crocatus, bilden komplexe baumartige Strukturen, die von einer robusten Wand umgeben sein können. Der dunkle Stamm wie die orange eingefärbten Fruchtkörper bestehen aus unzähligen Bakterien. Im Inneren der Fruchtkörper wandeln sich die Mikroben zu so genannten Myxosporen, die Trockenheit, Hitze und UVStrahlung widerstehen. Die Fruchtkörperbildung erfordert ein koordiniertes Zusammenwirken vieler Millionen Einzelzellen. Die Komplexität des Verhaltens spiegelt sich auch in der Größe des Erbguts wider. In einem Modellstamm wurden 10000 Gene gefunden, Rekord in der Bakterienwelt. Wie Arbeiten der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig zeigen, entstehen im komplexen Stoffwechsel der Myxobakterien auch medizinisch interessante Naturstoffe . Die Substanz Epothilon aus der Art Sorangium cellulosum wird gegenwärtig in klinischen Studien gegen Krebs getestet. Epothilon zerstört Tumorzellen ähnlich wie das Krebsmedikament Taxol.