Was ist ein Doppeldiplom-Studiengang? Ein gemeinschaftliches Programm zweier Hochschulen mit einem gemeinsamen Curriculum und Studienaufenthalten in beiden Ländern. Die Absolventen erhalten am Ende die national anerkannten Diplome beider Hochschulen. Das ist der wesentliche Unterschied zu den so genannten integrierten Studiengängen, bei denen die Absolventen am Ende nur das Diplom ihrer Heimathochschule erhalten, das einen Hinweis auf den Auslandsaufenthalt enthält.

Welche Vorteile bringt mir das? Zum Beispiel ein Studium in der Regelstudienzeit trotz Auslandsaufenthalt. Außerdem lernen die Teilnehmer zwei Hochschulsysteme kennen. Sie haben am Ende zwei Diplome in der Tasche, die Zugang zu zwei Arbeitsmärkten bieten und ein deutlicher Nachweis von Sprachkenntnissen sind. Dazu ermöglichen die Programme Deutschen den Zugang zu begehrten Hochschulen, deren nationale Auswahltests Ausländer kaum bestehen können – zum Beispiel zu renommierten französischen Hochschulen wie dem Institut d’Études Politiques (Sciences Pol). Außerdem sparen die Studenten hohe Studiengebühren (zum Beispiel in Großbritannien und den USA) und profitieren von den gut entwickelten Ehemaligennetzwerken ausländischer Hochschulen.

Was halten Arbeitgeber davon? Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat im Auftrag des DAAD Unternehmen befragt und dabei festgestellt, dass die Doppeldiplomanden bei jedem dritten befragten Arbeitgeber bessere Einstellungschancen haben als Absolventen mit nur dem Soloabschluss.

Mit welchen Ländern gibt es diese Programme? Die weitaus meisten Studiengänge wurden von deutschen und französischen Hochschulen aufgebaut. Auch mit Italien und den Niederlanden besteht bereits ein größeres Angebot. Der DAAD fördert derzeit außerdem Programme mit Großbritannien, Finnland, Polen, Portugal, Spanien und Ungarn. Studiengänge mit Hochschulen in nichteuropäischen Ländern wie zum Beispiel den USA oder China gibt es auch, das Angebot ist jedoch begrenzt.