Beschämend, aber wahr: Ein bedeutendes Fotoarchiv steht vor dem Ruin, vor der Zerstörung - und nirgends findet sich ein Retter. Seit 1962 hat der Hamburger Fotograf Günter Zint sein Archiv Panfoto aufgebaut. Es dokumentiert eine Zeit, die aus der Mode gekommen zu sein scheint, ohne die man aber vom heutigen Deutschland rein gar nichts versteht: die Jahre der Apo-, Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung in der alten Bundesrepublik. Zint, einst Fotograf beim Spiegel, war damals selber einer der Akteure. Über Jahre begleitete er Günter Wallraff bei seinen Aktionen und machte die Fotos für seine Bücher. Weil die Miete in Hamburg zu teuer geworden war, befinden sich Zints Bilder schon seit sechs Jahren auf einem Bauernhof - in gekühlten Räumen. Nun fehlt für die weitere Lagerung das Geld und für die nötige Digitalisierung erst recht. Die Archive und Stiftungen, die um Hilfe gebeten wurden, hatten allesamt weder Interesse noch Platz. Noch nicht abgesagt hat einzig die Kulturstiftung des Bundes in Halle - die Entscheidung fällt im November. In der Zwischenzeit verschachert Zint schon Teile des St. Pauli-Museums, seiner zweiten Sammlung. Damit wird er sich wohl noch ein Jahr über Wasser halten können.

Aber falls bis dahin keine Institution gefunden ist, die das Archiv übernimmt, fallen seine Bilder schon bald dem Vergessen anheim.