Lasst dicke Frauen um mich sein, scheint das Motto des kolumbianischen Malers Fernando Botero, und man kennt ja seine rätselhaft kugelförmigen, irgendwie selbstzufrieden, aber doch auch unheimlich wirkenden Frauengestalten. Dass Botero den berühmten Fotoreporter Robert Lebeck in sein Pariser Schlafzimmer gelassen hat, zeugt von einer gewissen bekennerischen Freude. Denn was sehen wir - weniger unheimlich denn heimlich - an der Wand?

Ein jeder hat seine Neigungen, und die Neigung, die Fähigkeit Lebecks, der 30 Jahre lang für den stern fotografiert hat, ist der Blick für das Besondere, der sich vor allem auf den kurzen, kuriosen, rührenden, bewegenden Moment richtet. Und den fängt er ein, in erhellenden und ästhetisch ansprechenden Fotos. Dieser schöne Bildband, erschienen unter dem Titel Unverschämtes Glück im Steidl Verlag (Göttingen 2004 - 263 S., 45,- e) enthält unter anderem ein Interview mit Robert Lebeck, in dem er sagt: Ich habe alles mit Glück gemacht und immer wieder gestaunt.