Die gute Nachricht zuerst. Zumindest in einer Sache waren sich alle Politiker in Berlin am vergangenen Wochenende endlich einmal einig: kein zusätzlicher Euro für Europa. Der Wunsch des künftigen Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso, nach mehr Geld wurde einmütig abgelehnt.

Denn wer will schon in Zeiten, in denen es den Arbeitslosen an den Kragen geht, Eurokraten finanzieren?

Die schlechte Nachricht: Zehn neue Mitglieder kann man nicht zum Nulltarif aufnehmen. Doch muss man dafür nicht den fast 100-Milliarden-Euro-Etat aufstocken. Geld lässt sich auch im bestehenden Haushalt finden - etwa durch Umschichtungen. Doch bislang scheiterte genau das ausgerechnet an Deutschland und Frankreich. Standhaft wehren sich die Männerfreunde Jacques Chirac und Gerhard Schröder etwa gegen Kürzungen der skandalösen Agrarausgaben - sie machen immerhin die Hälfte des Etats aus. Wer hier nicht sparen, zugleich aber weitere Aufgaben in der Justiz- und Innenpolitik, in der Sicherheits- und Außenpolitik schultern will, spielt ein unlauteres Spiel.

In der Sommerpause mag das funktionieren, aber ausgestanden ist der Streit damit nicht. Schließlich dreht er sich um Europas Haushalt vom Jahre 2006 an.

Deswegen wird der Brüsseler Wunsch nach mehr Geld noch viele Male auf Gerhard Schröders Tisch landen. Zeit genug, um sich mit Freund Chirac über die fetten Agrartöpfe herzumachen.