Der traditionsreiche Firmenname Hoechst AG ist nun endgültig in seiner Existenz bedroht. Nach der Fusion des Frankfurter Pharmakonzerns mit dem französischen Wettbewerber Rhone-Poulenc vor fünf Jahren blieb der Namen Hoechst zwar zunächst erhalten. Hoechst fungierte als Zwischen-Holding für die zum Verkauf stehenden Chemie-Aktivitäten des deutsch-französische Arzneikonzern Aventis. Inzwischen jedoch wurde Aventis seinerseits vom Konkurrenten Sanofi übernommen, und der neue Konzern hat ein Großreinemachen angekündigt.

So versucht Sanofi-Aventis gerade, die letzten freien Aventis-Aktien einzusammeln. Gleichzeitig will Aventis wiederum die halsstarrigen Hoechst-Anteilseigner, die vor fünf Jahren den Umtausch verweigerten, per Barabfindung aus dem Unternehmen drängen und die Holding abwickeln. Dieses so genannte Squeeze-out hat handfeste Gründe. Obwohl der Geschäftszweck mittlerweile entfallen ist, verursacht die Hoechst AG Kosten, weil Bilanzen geschrieben und Hauptversammlungen organisiert werden müssen, erklärt Peter Hermanns von der Baden-Württembergischen Bank.

Die nächste ordentliche Hoechst-HV findet übrigens diesen Donnerstag in Kehl am Rhein statt. Vermutlich wird es das letzte Veteranentreffen vor der Auflösung sein.