SACHBUCH Die Unsitte, möglichst große Themen in möglichst kleine Bücher zu quetschen (Nietzsche in zehn Minuten, Marx für Eilige, Gerechtigkeit für Anfänger), hat in den letzten Jahren auf immer mehr seriöse Verlage übergegriffen. Dem verständlichen Wunsch mancher Leser, sich ein schwerwiegendes Problem wie Noam Chomsky durch leichtgängige Lektüre anzueignen, wurde aber fast nie Genüge getan. Kann man Chomskys Einfluss auf die moderne Sprachwissenschaft ermessen und gleichzeitig seine Amerikakritik verstehen, ohne den Aufwand einer Doktorarbeit zu betreiben? Der Verlag orange press beweist, dass das Unglaubliche machbar ist. In einer beispielhaften absolute-Lesereihe, herausgegeben von Klaus Theweleit, werden Schlüsseltheorien des 20. Jahrhunderts resümiert, um den Einstieg in die Diskurse des 21. Jahrhunderts zu erleichtern. Interviews, biografische Kommentare und Originaltexte machen uns neu mit kontroversen Denkern vertraut: Chomsky, Bourdieu, Beauvoir, Feyerabend, Levi-Strauss ... Der bisher eindrucksvollste Band ist aber eine Textsammlung zu afroamerikanischer Kultur und schwarzer Freiheitsbewegung, Black Beats von Malcolm X bis Chuck D.

Max Annas/Martin Baltes: absolute Black Beats

orange press, Freiburg 2003 - 224 S., 15,- e

Michael Schiffmann: absolute Noam Chomsky

ebenda 2004 - 224 S., 15,- e