Ist das nicht eine wunderschöne Insel? Schon durch ihre Gestalt und Landschaft dazu prädestiniert, ein Paradies zu sein: Berge, Buchten, eine Lagune, in der es weitere kleine Inselchen gibt. Und dann dieser Vulkan, ein Krater wie aus dem Bilderbuch, eine "Caldera", wie der Fachmann sagt.

Doch da erhebt der Fachmann, der sich auskennt mit den Feuerspuckern, wissend Stimme und Zeigefinger: "Von wegen Paradies!"

Diese Insel, lernen wir, war Schauplatz eines der tödlichsten Vulkanausbrüche der Geschichte – und zwar vor nicht einmal 200 Jahren. Rund 150 Kubikkilometer Asche kotzte der Berg aus, 44 Kilometer hoch und bis zu 1300 Kilometer weit. Noch 900 Kilometer entfernte Gegenden wurden zentimeterdick mit Asche bedeckt, und in einem Umkreis von 500 Kilometern war es wegen der Aschewolken drei Tage lang völlig dunkel. Der Berg, der einmal rund 4000 Meter hoch gewesen war, wurde um mehr als die Hälfte seiner Gesteinsmassen reduziert, sein Krater hat heute einen Durchmesser von 6 Kilometern und eine Tiefe von mehr als 1000 Metern.

Und tödlich? Rund 10 000 Menschen wurden beim Vulkanausbruch getötet, weitere 82 000 fielen ihm indirekt zum Opfer – durch die nachfolgenden Missernten und Seuchen.

Wie heißt die schreckliche Insel?

Rafi Reiser