Ja, sagt die Mehrheit der Deutschen, die Hartz-IV-Reform ist schon richtig. Aber wissen mittlerweile auch alle, was sich hinter dem Begriff verbirgt? Ganz und gar nicht. Nur ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich über die geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe gründlich informiert. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der ZEIT.

Über die "Montagsdemonstrationen" gehen die Meinungen in Ost und West auseinander. Fast ein Drittel der Westdeutschen hat kein Verständnis für die Protestmärsche gegen die Arbeitsmarktreform; in Ostdeutschland sehen nur 10 Prozent die Demonstrationen kritisch.

Am entschiedensten hinter den Reformen stehen die Anhänger von SPD (61 Prozent), Grünen (61) und FDP (76). Indes befürwortet nur eine knappe Mehrheit der befragten CDU-Wähler die beschlossenen Änderungen (48 Prozent). Besonders deutlich ist die Zustimmung für Hartz IV bei Beamten (81 Prozent) und Selbstständigen (54), unter den Angestellten halten sich Befürworter (48) und Ablehner (44) nahezu die Waage. Auf klare Ablehnung stößt Hartz IV hingegen bei Arbeitern (52 Prozent halten die Reformen für falsch) und Arbeitslosen (58).

Besonders große Ängste vor sozialen Einschnitten plagen offenbar die 45- bis 59-Jährigen; 49 Prozent von ihnen lehnen die Reformen ab. In allen anderen Altersgruppen überwiegt dagegen die Zustimmung.

Und noch ein Ergebnis ist bemerkenswert: Frauen stehen Hartz IV kritischer gegenüber als Männer. Während 47 Prozent der weiblichen Befragten die neuen Härten "eher falsch" nennen, finden sie 52 Prozent der Männer "eher richtig".