Gerade Unternehmen, die zu Nutz und Frommen mit dem Naziregime kollaboriert haben, hätten sich in großzügiger Weise an dem Stiftungsfonds für die Zwangsarbeiter beteiligen müssen. Wie schon dem Konzernchef Friedrich Flick jegliches Schuldbewusstsein abging, so weigerte sich auch sein Enkel Friedrich Christian, dank seines Erbes ein großer Kunstsammler, nur ein weniges des von Zwangsarbeitern erlittenen Unrechts in Form von Ausgleichszahlungen abzutragen. Und uns soll nun die Flick-Sammlung präsentiert werden, um dem dunkelsten Kapitel der Familiengeschichte etwas Positives abzugewinnen.

Ich denke, jede die Ausstellung besuchende Person ignoriert die Verbrechen des Unternehmers Flick, war er doch über die menschenverachtende Behandlung seiner Arbeitssklaven in seinen Betrieben informiert. Uns Heutigen bleibt nur eins: Solidarität mit den damaligen Opfern - also die von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit schamlosen Werbekampagnen initiierte Ausstellung zu boykottieren und uns den Mahnwachen anzuschließen.

DIETER SCHNEYINCK, HOSSKIRCH