Für ihn hat die PDS zum ersten Mal seit dem Desaster in der Bundestagswahl 2002 eine bundespolitische Rolle. Der Begriff der PDS-"Renaissance" auf der Welle der Hartz-IV-Proteste sei falsch, sagt Bisky. Vielmehr ziehe sie ihre Kraft aus der Kommunalpolitik. Allein in Brandenburg stellt die PDS elf hauptamtliche Bürgermeister. Einer der Symbolfiguren ist der 64-jährige Otto Theel, Chef von Neuruppin, einer klassizistisch-preußischen Idylle. Einst Ingenieur im Stahlwerk Brandenburg, dann "Ökonom" im Kreis und nach der Wende, seit 1993 "unser Otto". Er machte die Stadt fit für den Tourismus, hilft Investoren mit seinen Kontakten zur PDS und zum Hause Hohenzollern. Jetzt kandidiert er für den Landtag. Die Stärke der PDS? "Das ist ihre Solidität", sagt er prompt. Eine PDS-Kommunalpolitik kenne er nicht, nur gute oder schlechte Kommunalpolitik. Klingt irgendwie vertraut. Auf die Montagsdemonstration geht er, wenn er einen Termin freihat, wie seine Bürger auch.

Der Standortvorteil der PDS: Sie gehört nicht zu den Oberen, denen man nichts mehr glaubt, sondern soll diese unter Druck setzen, damit sie "sich einen Kopp machen". Das Volk will die PDS wieder im Bundestag sehen. Das wird es schon bei den nächsten Landtagswahlen zeigen. Auf dem Wege zur Kundgebung redet ein Mechaniker bei der Telekom auf Dagmar Enkelmann ein: "In diesem Scheißstaat sollt ihr dafür sorgen, dass auch die oben sparen. Die PDS sollte die Partei sein, die die Sache nach oben durchdrückt, so wie Stoiber jetzt unten in Bayern unter dem korrupten Gesocks aufräumt." Die PDS als ostdeutsche CSU.