Die Jahreskonferenzen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) finden weltweit jeweils große Beachtung. Diesem Vorbild eiferten vergangene Woche die Europäer mit dem Euroscience Open Forum (Esof) in Stockholm nach. Wie beurteilen Sie das erste Treffen?

Es ist ein sehr erfolgreicher Start – die Besucher kommen aus vielen Staaten, erleben ein breites Spektrum von Themen. Eine große Zahl von Journalisten ist hier versammelt. Aber wir werden noch mindestens zwei weitere Treffen abwarten müssen, bevor sich ein solides Urteil fällen lässt.

Sie sind mit mehreren Kollegen aus den USA gekommen. Warum war Ihnen Präsenz auf der europäischen Tagung wichtig?

Wir können hier selbst vieles lernen, aber auch eine Menge an Erfahrung weitergeben. Wir wissen, dass viele unserer europäischen Kollegen sich eine Organisation wie die AAAS in Europa wünschen. Wir helfen gern, das Baby zur Welt zu bringen.

Gibt es aus Ihrer Perspektive tatsächlich einen europäischen Forschungsraum – oder dominieren auf dem Alten Kontinent immer noch nationale Strukturen?

Ich selbst habe die ersten transatlantischen Erfahrungen mit europäischen Wissenschaftlern in der Polarforschung gemacht. Da gab es keine strengen nationalen Grenzen. Doch jetzt beginnt etwas Neues. Hier wächst tatsächlich das Bewusstsein um eine europäische Wissenschaft. Doch das wird einige Zeit brauchen. In der Theorie ist das eine wundervolle Idee, in der Praxis schwierig. Jedes Land hat seine eigenen Prioritäten, seine eigenen Budgets. Aber es ist eine große Chance, nicht nur für Europa. Auch für uns ergeben sich mit Esof ganz neue Möglichkeiten der Kooperation.

Genau betrachtet, ist Esof mehr eine nordeuropäische als eine gesamteuropäische Veranstaltung. Süd- und Südosteuropäer sind hier nur schwach vertreten, Schweden und Deutsche in der Überzahl. Ist das ein Manko?