BELLETRISTIK Die Anfänge: genial. Es gibt zurzeit keinen Autor deutscher Sprache, dem so idiotische Anfänge gelingen. Ich hatte das Bild >Schludrige Fabelwesen in silbernen Booten bei Nacht< gemalt und war sehr unzufrieden.

Oder: Wir hatten Bauer Peters besucht, um ihm eine Frage zu stellen, die uns in letzter Zeit beschäftigt hatte: Warum haben Kühe vier Zitzen? Oder: Wir hatten ewig lang über den Einsatz von Bodentruppen im Kosovo gesprochen, und Arno hatte Ingrid eine gescheuert, weil sie dauernd Hodentruppen sagte. Das Thema ist zu ernst!, schrie Arno. Da macht man keine Witze. Der Rest der jeweils drei-, vierseitigen Geschichten (die manchmal zart ins Kusenbergische spielen) kann, wie soll man es sagen?, nicht immer ganz den Ton halten, das heißt manchmal schon, manchmal auch nicht. Aber ist das bei Ror Wolf oder Max Goldt anders? Funny van Dannen, der Mann aus dem nahezu holländischen Tüddern, Jahrgang 1958 und heute in Berlin zu Hause, hat schon so dies und das gemacht: Musik (mit den Lassie-Singers), vier Kinder etc. Als Poet ist er ein Torkel-, ein Stolperkünstler, ein Kalauer jonglierender Improvisator, bei dessen bizarren Volten dem Leser schön schwündelich wird.

Funny van Dannen: Neues von Gott

Verlag Antje Kunstmann, München 2004 - 158 S., 14,90 e