Von der Couch des Psychoanalytikers wird der Forscher Kelvin (Fedja van Huêt) direkt ins Weltall geschossen. Gleich nach seiner Ankunft auf der Raumstation muss Kelvin mit einem Schock fertig werden: Eine Leiche wird achtlos entsorgt. Die Raumforscher Snaut (Jörg Pohl) und Sartorius (Christophe Kotanyi) sind in einen Strudel von Angst und Panik geraten. Auch Kelvin spürt, dass er sich vor einer alles zersetzenden Leere nicht retten kann. Die Reise, die der Regisseur Martin Wuttke auf dem Flugplatz von Neuhardenberg mit Stanislaw Lems 1961 entstandenem Meisterwerk Solaris unternimmt, ist eine Expedition in die Abgründe der menschlichen Seele - jedoch mit einigen Auflockerungen. Volker Spengler spielt mit Baströckchen und schwarzen Badeschlappen den Planeten Solaris, der die Menschen mit ihrem Unbewussten konfrontiert. Bei Spenglers Spiel geht es einem wie den Solaris-Forschern - man weiß nicht so recht, ob man es bei diesem Himmelskörper mit einem genialen Ozean oder einem Gravitations-Gallert zu tun hat. Am Ende landen wir wieder auf der Couch und werden mit einer grausamen Besetzungspointe konfrontiert: Der Regisseur war die abgelegte Leiche. Lustig ist das. Aber man vermisst in Wuttkes Solaris ein wenig das Unheimliche von Lems undurchdringbarem Ozean.