Mir fehlte in Ihrer Typologie der typischen Reformbefürworter: der Journalist, der eine Form der Rechtschreibung verteidigt, die er selbst gar nicht anwendet, weil er verstanden werden möchte - und der daher die sinnentstellenden der neuen Regeln (erzwungene Getrenntschreibungen, Beliebigkeiten bei der Kommasetzung) wie selbstverständlich ignoriert.

ANDREAS P. RAUCH, FULDA

Wieder einmal fast zwei Seiten zur Rechtschreibreform! Auf ihnen werden unstrittige Sachkenntnis und legitime Parteilichkeit mit Sottise und - reichlich unfairer - Satire zu Infotainment verbacken. Ihr Sachertrag fällt allerdings widersprüchlich aus. Über fünf lange Spalten plädiert Herr Zimmer zugunsten der Reform, um in der sechsten dann von großer Schwäche der Reform, lebensfremd, unhandhabbar, nichts erleichtert zu sprechen - und zwar mit Blick auf die Zentralbereiche Getrennt-/Zusammenschreibung beziehungsweise Groß-/Kleinschreibung.

Solange hier Funktionsfähigkeit und Vorlesbarkeit der Schriftsprache empfindlich gestört bleiben, solange vor allem deshalb die deutschsprachige Presselandschaft in zahlreiche orthografische Duodezfürstentümer zersplittert bleibt, muss es erlaubt sein, gegen die Reform zu argumentieren, ohne dass Kritiker und Gegner als altersstarrsinnige Besserwisser oder schlichte Gemüter ohne Durchblick abgestempelt werden.

JOACHIM WINKLER, KELLINGHUSEN

KÜ, JGJ, CIS, NFM, SPA: Goldmedaille in Mannschaftssatire!

PROF. HARTMUT KÖHLER, TRIER