Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) bezieht in der Debatte über gentechnisch veränderte Nahrung keine Position. Wir respektieren die Wünsche der Empfängerländer. Wenn eine Regierung Gen-Food ablehnt, werden wir keines liefern. Als die Regierung von Sambia Gen-Food ablehnte, haben wir die schon gelieferte Hilfe unter großen Kosten und großem Aufwand aus Sambia abgezogen und durch andere Nahrungsmittel ersetzt. Simbabwe und Mozambik baten uns um gemahlenen Mais und Soja - und auch das haben wir getan.

Der Vorwurf, WFP sei ein Kanal, um die Welt an Gen-Food zu gewöhnen, greift nicht: Die weltweite Nahrungsmittelhilfe macht weniger als ein Prozent des globalen Getreidemarkts aus und geht an Menschen, die keine Kaufkraft haben - also wohl kaum ein großer Markt. Nahrungsmittelpreise steigen seit fünf Jahren: Exporteure können mehr verdienen, indem sie ihre Vorräte verkaufen, als sie zu spenden. Auch schon deshalb, weil die Geberländer Rekordtransportkosten für Nahrungsmittelhilfe bezahlen müssen. Dumping von Nahrungsmitteln als Spende macht wirtschaftlich keinen Sinn.

Spenden aus den USA haben noch nie andere Spender verdrängt - wir sind froh über jede Spende! Wenn wir mehr Bargeldspenden bekämen, könnten wir noch mehr Nahrungsmittel auf dem afrikanischen Markt kaufen als jetzt schon.

BETTINA LUESCHER, WFP BERLIN