Er sagt von sich, er sei ein heimatloser Deutscher. Der Fotograf Martin Pudenz, der als Kind einer schlesischen Flüchtlingsfamilie im Sauerland zur Welt kam und dann in Lörrach und Hamburg, Düsseldorf und Görlitz, Alt-Ötting und Berlin aufwuchs, ist ein Streifzügler durch die deutsche Landschaft. Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau in augenbetörender Farbigkeit wie oben oder der Branitzer Park in herbstlichem Nebelblau, Rügen, eisgrüngrau, Frankfurter Stahlbetonkälte, so hat uns Pudenz, der selbst gelernte Fotograf, das Land gezeigt. Seine war die Zeit, wo experimentelle Fotografie in den Zeitungsmagazinen ein Forum hatte und atemberaubende Sichten auf das Leben geradezu beiläufig aufgetischt wurden. Du lernst, ein Staubkorn zu sein unter den vielen Staubkörnern, die da rumliegen, so hat Pudenz seine Sehnsucht nach Oasen beschrieben, in denen man lernt, mit Ruhe zu schauen.

Widerständigkeit also gegen allgegenwärtige Beschleunigung, hergestellt im aufwändigen Bromöldruck. Der Band zeigt Bilder aus den neunziger Jahren, Meditationen über Rose, Tulpe, Blaubeere, die amerikanischen Nationalparks sowie unseren Außenminister, als hieße er nur Joschka.

Martin Pudenz: Licht im Himmel

Fotografien - Hrsg. Klaus Klemp - Edition Braus, Heidelberg 2004 - 160 S., 39,90 e