Die Psychopathologie von Organisationen war Thema der ersten Pressekonferenz auf dem EuroScience Open Forum (Esof). Etwa zwei Prozent der Manager zeigten deutlich psychopathische Züge, sagt der New Yorker Psychologe Paul Babiak.

Die anwesenden Journalisten raunen: Psychopathen gebe es vor allem in Führungsetagen und unter Kollegen. Jeder Chefredakteur sei ein kleiner Psychopath. Stimmt fast alles, meint Babiak, doch beim Chefredakteur irren Sie. Wann immer er vortrage, vermuteten die Zuhörer die meisten Psychopathen im eigenen Metier, und dort an der Spitze. Darauf sind auch Sie hereingefallen, sagt Babiak.

Zahnmediziner um Björn Klinge vom Stockholmer Karolinska Institut haben die Dauer einer Implantation drastisch reduziert. In Kooperation mit belgischen Forschern werden Kieferimplantate und Prothesen computergestützt geplant und Bohrschablonen erzeugt. In nur 40 Minuten sitzen vier Titanimplantate im Kiefer, inklusive aufgeschraubter Prothese. Die gesamte Therapiedauer, vom ersten Arztgespräch bis zum ersten neuen Lächeln, schrumpft auf vier Stunden.

Bei dem relativ unblutigen Eingriff werden die Knochen nicht freigelegt, sondern direkt angebohrt. Das reduziert auch die postoperativen Schmerzen.

Der Zeitgewinn ermögliche auch mehr Diskretion. Manche verheimlichten sogar ihrem Ehepartner die Behandlung.

Den Gesundheitssystemen in Europa fehlen innovationsfördernde Strukturen, monierte Thomas Tursz vom Institut Gustave Roussy in Villejuif. Zu wenige Krebspatienten hätten Zugang zu klinischen Studien, in denen neue Therapien erprobt werden. Die Krebstherapie sei heute in einer ähnlichen Situation wie die Infektiologie vor 100 Jahren, irgendwo zwischen Pasteur und Fleming, zwischen der Entdeckung der Krankheitserreger und der Antibiotika.

In Stockholm wurde erstmals der European Young Investigator Award verliehen.