Der Krieg sei beendet, erklärte Wladimir Putin nach dem kurzen, schmutzigen Winterfeldzug am Kaukasus 2000, der seinen Aufstieg begründete. Der Feldherr irrte. Am Wochenende ließ der russische Präsident die Tschetschenen wieder mal einen neuen putinesken Pappkameraden an ihre Spitze wählen - und der Krieg geht weiter.

Seine Schmauchspur zieht sich nun mitten durchs Zentrum von Moskau. Ein Terroranschlag zerriss am Dienstagabend zehn Menschen vor einer belebten Metrostation. Verdächtigt werden tschetschenische Selbstmordattentäter.

Am selben Tag ermordeten Terroristen in der israelischen Stadt Bersheva 16 Menschen. Welche Koinzidenz! Putin schätzt die Erklärung, dass Russland Opfer des internationalen Terrors sei. Der modische Aufkleber soll den Blick auf den jahrhundertealten Kolonialkonflikt verdecken. Und auf die Tatsache, dass es Putin war, der den ungelösten, aber beherrschbaren Konflikt 1999 wider besseren Rat neu angeheizt und damit sein Land dauerhaft in Gefahr gebracht hat.