Der Traum von der Insel hatte schon immer seine Tücken. Und schlaue Geschäftemacher haben schon immer von diesem Traum profitiert. Nicht erst in den Zeiten des modernen Massentourismus.

So gab es im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts einen Marquis, der zwar selbst noch nie einen Fuß auf unsere heutige Insel gesetzt hatte, aber ein paar Angaben aus einem Schiffslogbuch kannte. Und der skrupellos genug war, Auswanderungswilligen Grundstücke auf der Insel zu verkaufen, indem er ihnen das Blaue vom Himmel versprach: fruchtbaren Boden, freundliche Eingeborene, ewige Sonne.

Die Wirklichkeit sah ganz anders aus, und die Möchtegernsiedler, die der Marquis in vier Schiffen mit viel zu wenig Proviant und völlig unzureichender Ausrüstung auf die Insel gebracht hatte, starben wie die Fliegen – an Hunger und an Malaria. Der Marquis endete in einer französischen Irrenanstalt.

Interessant, dass ein anderer europäischer Adeliger, ein Baron, die Insel wenig später zum profitabelsten Teil der ganzen Kolonie machte, vor allem durch Kopra-Plantagen, die er anlegen und durch die Straße verbinden ließ, die noch heute seinen Namen trägt.

In dieser 29 Jahre währenden Kolonialherrschaft bekam die Insel übrigens auch einen neuen Namen und hieß vorübergehend fast wie ein deutsches (Teil-)Bundesland.

Wie heißt sie heute?

Rafi Reiser